Der Mut zum Widerstand

20. Januar 2025 | Eugen Bolz. Politiker und Widerständler. Am 20. Januar präsentiert das Theater Lindenhof „Die ganze Hand“ von Jeremias Heppeler im Kurhaus am Park Isny.

Eugen Bolz. Ein Name, der es verdient, bekannter zu sein und der nicht aus der Erinnerung verschwinden darf – gerade in Baden-Württemberg und gerade heute. Eugen Bolz war Württembergischer Staatspräsident, er wurde von den Nazis aus dem Amt vertrieben, gedemütigt, gefoltert und schließlich brutal ermordet. Weshalb? Wegen seines konsequenten Eintretens für Demokratie und seines Widerstandes gegen das Hitler Regime.

Das Theaterstück „Die ganze Hand“ erzählt seine Geschichte, beleuchtet Leben, Charakter und Wirken des Politikers und ist eine Hommage an den mutigen Widerständler. Am 20. Januar holen die Isnyer zwischentöne in Kooperation mit dem Kulturforum Isny e.V. das Theater Lindenhof mit diesem Stück ins Kurhaus Isny. Dem Gründungsmitglied und langjährigen Vorstand des Kulturforums Isny e.V. Paul Rupf-Bolz liegt die Aufführung des Theaterstücks in Isny besonders am Herzen: „Eugen Bolz war mein Großvater, daher ist es mir ein persönliches Anliegen das Stück in Isny auf der Bühne zu sehen. Es setzt ein deutliches Zeichen für das Leben von demokratischen Werten ob nun in der Vergangenheit oder heute.“ Eugen Bolz wurde am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Am Tag der Aufführung in Isny ist das ziemlich genau 80 Jahre her. Regisseur Christof Küster ist besonders wichtig: Das Stück, ist kein „Museumsstück“. Sondern vielmehr transportiere es die zentrale Botschaft: „Wehret den Anfängen!“.

Der Rottenburger Eugen Bolz war überzeugter Demokrat und Christ und ein Widerständler ganz eigener Prägung. Vor der Machtergreifung des NS-Regimes war er in Württemberg, erst Justizminister, dann Innenminister und Staatspräsident. Zudem war er Abgeordneter des Reichstages in Berlin, wo er trotz eigener Zweifel, für das Ermächtigungsgesetz gestimmt hatte. 1933 wurde er in Stuttgart von den Nationalsozialisten aus seinen Ämtern vertrieben. Bereits 1934 formuliert er: „Bei offensichtlichen und dauerndem Missbrauch der Staatsgewalt besteht ein Notwehrrecht des Volkes“. Nach einem erfolgreichen Attentat auf Hitler sollte Bolz als Kultusminister in Deutschland das Land wieder mit aufbauen. Doch so weit kam es nie. Das Stauffenberg-Attentat scheitert. Eugen Bolz wird durch das Regime verhaftet, verhört und zum Tod verurteilt. Bis zuletzt blieb er seinen christlichen Idealen treu. Demokratie und Parlamentarismus waren für ihn ohne Alternative.

Jeremias Heppeler, ein junger Autor aus dem Donautal und in Isny vielen bekannt durch seine Auftritte im Rahmen der Isnyer Literaturtage, hat einen frischen Zugang und einen vielfältigen Blick auf das Leben von Eugen Bolz geworfen. Unsere Perspektive auf die Geschichte und deren Erzählung werden ebenso thematisiert wie die Möglichkeiten, dieses Leben und seine Wirkungen im Heute greifbar zu machen. „Die ganze Hand“ wird am Montag, den 20. Januar um 19:30 im Kurhaus am Park aufgeführt. Spieldauer ist etwa 110 Minuten. Einlass ist um 18 Uhr. Um 18.30 Uhr übernimmt Dramaturg und Ensemblemitglied Franz Xaver Ott die Einführung des Stückes. Im Anschluss an die Aufführung folgt ein Nachgespräch mit Paul Rupf-Bolz, dem Dramaturg Franz Xaver Ott und dem gesamten Theater-Ensemble.

Das komplette Programm und alle Informationen unter www.isny.de/zwischentoene. Tickets gibt es in der Isny Info im Hallgebäude oder online unter isny.reservix.de sowie an allen reservix-VVK-Stellen.