bis November 2025 | Der Deutsche Bauernkrieg fand zwischen 1524 und 1526 statt, das Jahr 1525 stellt einen Höhepunkt dar. Der Begriff „Bauernkrieg“ wurde von den Siegern dieser kriegerischen Auseinandersetzung geprägt, doch treffender hat es Peter Blickle mit seinem Begriff von der „Revolution des gemeinen Mannes“ formuliert.
Hunderttausende Menschen kämpften damals für ein Leben mit gesicherten Rechten, für deutlich mehr Freiheit und für eine gerechtere Sozialordnung. Werte, die nichts an ihrer Aktualität eingebüßt haben.
Was passierte damals in und um Isny? Eine große Schlacht wie bei Bad Wurzach oder wichtige Verhandlungen wie in Memmingen oder bei Weingarten gab es nicht. Doch auch in Isny wehrten sich die Bauern gegen die bestehende Ordnung. Das Benediktinerkloster war der größte Grundbesitzer in der Umgebung, ihm gehörten die meisten Bauernhöfe und Truchsess Wilhelm übte von der Trauchburg die „Landesherrschaft“ aus. Die aufständischen Bauern organisierten sich in losen Kampfgemeinschaften, den sogenannten „Haufen“. Im historischen Gasthof Adler in Großholzleute traf sich der damalige Wirt und Hauptmann des Trauchburger Haufens, Hanns Bitterolf genannt Vogt, zur Beratung mit den Führern des Haufens in der Gerichtslaube im ersten Stock des Gebäudes.
Isnyer Veranstaltungen zum Bauernkrieg
Isny erinnert mit einer Reihe von Veranstaltungen an die Geschehnisse des Bauernkrieges. Mit der vhs Isny ging es am 7. Mai ins Kloster Schussenried zur Landesausstellung „500 Jahre Bauernkrieg“. Am Freitag, den 16. Mai um 20 Uhr zeigt das Neue Ringtheater Isny den Kinofilm „Lond it luck“ von Klaus Gietinger und Leo Hiemer. Der Film schildert die Geschehnisse des Bauernkriegs im Allgäu 1525 aus der Perspektive der unterdrückten Bauern. 1979 gedreht, wurde er schon damals Kult und sorgte mit seinen Aufführungen für brechend volle Wirtshäuser, Jugendzentren und Kinos. Und so mancher lammfromme Bauer entdeckte seine rebellische Tradition (D 1979, 95 Minuten, restaurierte Fassung).
Am Donnerstag, den 5. Juni um 19 Uhr bietet das Stadtmuseum Isny zusammen mit der AG Heimatpflege Isny im historischen Gasthof Adler in Großholzleute einen Themenabend mit Filmvorführung und einem Kurzvortrag zum lokalen Geschehen von Heimatpfleger Hartmut Helber.
Am 3. Juli um 19:30 Uhr stellt der Heimatforscher Berthold Büchele in der Stadtbücherei Isny sein Buch „Herren und Hörige – einst und jetzt“ vor, das an die damaligen Ereignisse erinnern soll. Der Vortrag wird begleitet durch historische Lieder, die das Schicksal der Bauern während und nach dem Krieg besingen, sowie durch zahlreiche Bilder.
Am 22. November erklingt dann im Historischen Gasthof Adler in Großholzleute „Der Klang der Freiheit“ – Musik und Gedanken über ein Urbedürfnis der Menschheit. Der Historiker und Schauspieler Hajo Fickus wird anhand der Ereignisse vor 500 Jahren das Publikum in die Thematik des Abends einführen und die Brücke in die Gegenwart schlagen. Musikalisch wird er vom Allgäu-Jazz-Quintett begleitet. Das Publikum erwartet ein spannungsvolles Programm aus Musik, Gedanken, Geschichten und Rezitationen zum Thema Freiheit.
Alle weiteren Informationen zu den Veranstaltungen und zum Ticketkauf gibt es im Veranstaltungskalender unter www.isny.de (www.isny.de/veranstaltungskalender).
Veranstaltungsübersicht:
- Fr, 16. Mai – 20 Uhr
Kinofilm „Lond it Luck“ von Leo Hiemer & Klaus Gietinger / Neues Ringtheater Isny
- Do, 5. Juni – 19 Uhr
Themenabend Stadtmuseum Isny & AG Heimatpflege Isny / Filmvorführung und Kurzvortrag / Historischer Gasthof Adler, Großholzleute
- Do, 3. Juli – 19:30 Uhr
Buchvorstellung – Berthold Büchele „Bauernkrieg im Allgäu, Herren und Hörige – einst und jetzt“ / Stadtbücherei Isny
- Sa, 22. November
„Der Klang der Freiheit“ – Musik und Gedanken über ein Urbedürfnis der Menschheit – Das Allgäu-Jazz-Quintett und Hajo Fickus / Historischer Gasthof Adler, Großholzleute